Futures Literacy: Zukunftskompetenz erlernen

Stefanie Ollenburg (FU Berlin) und K. Christoph Keller (aveniture) auf dem 2. Projektmeeting in Bialystok, Polen

Praktischen Nutzen aus der Zukunftsperspektive ziehen. aveniture ist Teil des internationalen ERASMUS+ Projekts beFORE. 

Der Name beFORE steht für „Becoming Future-Oriented Entrepreneurs in Universities and Companies“. Durch das Konsortium von führenden Hochschulen, Forschungsinstituten und Beratungsunternehmen aus Polen, Deutschland, Italien und Spanien werden bis 2019 vier freie Online-Kurse erstellt: Ein Grundkurs und drei zielgruppenspezifische Kurse für Studenten, Unternehmer und Forscher. Ziel ist, die Zukunftskompetenz der Teilnehmer nachhaltig zu erhöhen. Mit im Forschungsteam sind seitens der Advanced Foresight Group K. Christoph Keller & Dr. Bernhard Albert.

Warum Zukunftskompetenz?

David Ingvar, ein schwedischer Neurobiologe, hatte untersucht, wie das menschliche Gehirn mit der Zukunft umgeht. Er hatte gezeigt, dass das menschliche Gehirn 24 Stunden am Tag nicht nur mit der kurzfristigen, sondern auch mit der langfristigen Zukunft befasst. Ihm zufolge sondiert unser Geist ständig die Zukunft, je nach Thema: für die nächste Stunde, den nächsten Tag, den nächsten Monat, das nächste Jahr oder die nächsten Jahre.

Diese Zeitpfade folgen einer aufgebauten Denklogik: „Wenn A geschieht, werde ich B tun; wenn A nicht geschieht, werde ich C tun usw.“. Ingvar erklärte, dass unser Gehirn diese alternativen Zeitpfade nicht nur konstruiert, sondern auch speichert. Und er nannte sie die „Erinnerungen an die Zukunft“.

Warum ist eine Erinnerung an die Zukunft für Menschen nützlich?

Ingvar zufolge dient die Erinnerung an die Zukunft unserem Gehirn dazu, mit allen Signalen, die wir von der Außenwelt erhalten, mit allen Sinnen umzugehen. Dieses Gedächtnis der Zukunft erlaubt es dem Gehirn, die relevanten Signale auszuwählen, die nicht relevanten zu eliminieren und so unsere zukunftsorientierten Entscheidungen besser zu steuern.¹

Eine Verbreitung jenes Paradigmas, das es erlaubt, Zukünfte zu managen, ist umso notwendiger für Menschen und Unternehmen, die mit der täglichen Informationsflut zu kämpfen haben. Viel zu oft versuchen sie die Zukunft vorherzusagen um Strategien zu entwickeln die auf einer Extrapolation aktueller Trends beruhen. Stattdessen aber sollten sie in einer Zeit, in der die Komplexität von Gesellschaft und Politik immer weiter zunimmt und der Prognosehorizont schrumpf alternative Zukünfte in Betracht ziehen. So werden die Kurse dazu beitragen, dass alle Teilnehmer die Qualität ihres Denkens über die Zukunft verbessern und so Unsicherheit und Risiken besser bewältigen können.

Wie das praktisch geht, wie Studierende, Unternehmer*innen, Forschende oder ganz einfach Jede*r Futures Literacy, also Zukunftskompetenz erwerben kann, damit befasst sich das Projekt beFORE

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Das ERASMUS+ Projekt beFORE wird durch die EU gefördert.

Das ERASMUS+ Projekt beFORE wird durch die EU gefördert.

¹ Quelle: basierend auf de Geus, The Living Company – Long Term Thinking in a Changing Society (2005)

 

Zu den beteiligten Personen der Advanced Foresight Group:

Erkennen, Wachsen, Sichern – als Ingenieurbüro für Zukunftsforschung erarbeitet aveniture passgenaue Lösungen für zentrale Zukunftsfragen von Unternehmern, Unternehmen und Organisationen: Was schafft Wachstum? Wie kommt dieses Wachstum ins Unternehmen? Welche Risiken sind dabei zu beherrschen? Der Gründer, Diplomingenieur und Zukunftsforscher K. Christoph Keller, besitzt über 20 Jahre Erfahrung als professioneller Innovator in Forschung und Wirtschaft. Mit im Forschungsteam ist auch Dr. Bernhard Albert, Gründungsmitglied der Advanced Foresight Group und Experte für ganzheitliche und partizipative Methoden in der Zukunftsforschung und der Umsetzung ihrer Ergebnisse.